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Mit dem Spiel „This War of Mine – The Little Ones“ hat der Entwickler 11 Bit Studios ein großartiges Spiel veröffentlicht, das zu Recht mit unzähligen Awards bedacht wurde. Nun haben sie mit dem Spiel „Frostpunk“, das ab sofort digital und im Laden erhältlich ist, nachgelegt. Wir haben uns das Spiel angesehen.


Es muss ja nicht immer eine fiktive Zukunft oder Gegenwart sein, „Frostpunk“ entführt den Spieler in eine fiktive Vergangenheit, genauer gesagt, in das Jahr 1886. Da bricht eine neue Eiszeit über die Erde herein und die britische Hauptstadt London bleibt davon nicht verschont. Ein großer Teil der Bevölkerung fällt der Eiseskälte schnell zum Opfer, andere gründen kleine Kolonien, in denen sie trotz widrigster Umstände versuchen, zu überleben. Das ist die Grundgeschichte des Aufbaustrategiespiels „Frostpunk“. 


Der Spieler muss nicht nur die Kolonie am Laufen halten, sondern sich auch um jeden einzelnen Bewohner kümmern, von denen jeder seine eigene Persönlichkeit mit Sorgen und Nöten hat. Sie brauchen Nahrung und ausreichend Schlaf, ansonsten halten sie nicht lange durch, werden krank und können sterben. Und die Bewohner werden gebraucht, denn es gibt jede Menge zu tun. So gehören Holz und Kohle zu den wichtigsten Ressourcen, denn ohne Generator gibt es keine Wärme und bei minus 70 Grad ist ganz schnell der sprichwörtliche Ofen aus. 


Der Spieler übernimmt die Rolle einer Art von Bürgermeister, erlässt Gesetze und muss immer wieder Entscheidungen treffen, die das Leben der Menschen in der Kolonie gewaltig beeinflussen. Und ganz schnell wird der Spieler vor Entscheidungen stehen, die ihn selbst an seiner Moral zweifeln lassen. Soll er, wenn Arbeiter fehlen, auch Kinder ins Bergwerk schicken, um Kohle zu fördern? Bis zu welchem Grad an Erkrankung lohnt sich eine Behandlung noch oder ist bereits Verschwendung von raren Medikamenten? Hier muss immer abgewogen werden, denn man hat es mit Menschen zu tun, nicht mit Maschinen. Und übertreibt es der Spieler, schmeissen die Bewohner der Koloner gnadenlos raus. 


Genau so sieht es mit den Wünschen der Bewohner aus, die immer an den Anführer herangetragen werden. Stimmt man diesen zu, steigt die Zufriedenheit, allerdings müssen dann auch Taten folgen. Des weiteren müssen die Ressourcen gemanagt werden, Kohle für den Generator, Holz und Eisen für den Bau und Nahrung, die zu Rationen weiterverarbeitet wird, alles muss entsprechend eingeplant werden. Später werden neue Gebäudetypen erforscht und können die Kolonie erweitern, während Späher ausgesandt werden, um Vorräte zu suchen oder weitere Überlebende für die Gemeinschaft zu gewinnen. Und das Wetter wird nicht gerade besser.


„Frostpunk“ ist ein würdiger Nachfolger von „This War of Mine – The Little Ones“. Eine nette Grundstory schafft zusammen mit der tolle Grafik eine beklemmende Atmosphäre, bei der dem Spieler nun und wieder ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Die Steuerung geht gut von der Hand und auch am Sound gibt es nichts auszusetzen. Das Gameplay ist einfach und dennoch unglaublich komplex, denn jede Entscheidung, die der Spieler trifft, hat unmittelbaren Einfluss auf das weitere Spielgeschehen, und so überdenkt man alles lieber mehrmals. Ein großartiges Spiel, in das ich noch sehr viel Zeit investieren werde. Die „Victorian Edition“ des Spiels enthält zusätzlich ein wunderschönes Artbook zum Spiel.