Im Jahr 1993 kam das von John Romero, John Carmack und Tom Hall entwickelte Spiel „Doom“ auf den Markt. Die damals neuartige 3D-Grafik und das Spieldesign sorgten für einen riesigen Erfolg. Das Spiel wurde für nahezu jedes System der kommenden Jahre umgesetzt, vom DOS-PC über Atari Jaguar und Sega 32X bis zu Exoten wie Solaris, Risc PC und Tapwave Zodiac. Ein Jahr später folgte auch schon die Fortsetzung „Doom 2: Hell on Earth“, auf Teil drei der Serie mussten die Fans allerdings zehn weitere Jahre warten. Dann mussten weitere zwölf Jahre ins Land ziehen, bis das Reboot der Serie in die Läden kam. „Doom“ stammt erneut von id Software, Publisher ist Bethesda Softworks und erschienen ist das Spiel für die Xbox One, den OC und PS4. Wir haben uns „Doom“ auf der Xbox One angesehen.

„Doom“ besteht, wie könnte es auch anders sein, aus einer Einzelspielerkampagne und verschiedenen Multiplayer-Modi. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Kampagne. Wir befinden uns weit weg von der Erde, auf dem Mars. Dort forscht die UAC, die Union Aerospace Corporation, an Teleporter-Technologien. Dabei wird eine andere, von Dämonen bevölkerte Dimension entdeckt. Bei der Erforschung dieser Höllendimension kommt es zu einer Invasion der dort lebenden Dämonen. Zeit für den Spieler, etwas dagegen zu tun. Der übernimmt die Rolle eines im Tiefschlaf befindlichen legendären Soldaten, der erweckt wird, um den Kampf gegen die Monster aufzunehmen.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, das gilt auch hier, denn der Gesundheitsbalken ist schneller auf Null, als man „Doom“ sagen kann, und er regeneriert sich nicht automatisch. Das sorgt auch in der einfachsten Version für einen knackigen Schwierigkeitsgrad. Wer jedoch aufpasst und alles einsammelt, findet in der Regel genug Heal-Items, die die Gesundheit wieder aufbauen. Gestartet wird das Spiel mit einer einfachen Pistole, schnell kommen aber dickere Brocken wie Schrotflinten, Plasma-Gewehre, Raketenwerfer oder die allseits beliebte Kettensäge dazu. Aber auch hier gilt, die Waffen gezielt einzusetzen, wer seine Munition verschwendet, steht irgendwann nur mit seiner Pistole vor einer großen Horde Dämonen. Und auch die Kettensäge funktioniert nicht ohne Benzin. Die Waffen lassen sich durch verdiente Runen aufwerten, erhalten größere Magazine oder weitere Funktionen, auch der Balken für Lebensenergie lässt sich so erweitern. Für die Runen müssen bestimmte Aufgaben erfüllt werden. So sind zum Beispiel sogenannte Glory Kills nötig mit denen geschwächte Gegner im Nahkampf besonders blutig erledigt werden. Überhaupt hatte die USK mal einen guten Tag, denn hier geht es schön blutig zur Sache und jeder Gore-Hound kommt auf seine Kosten.

„Doom“ bietet aber nicht nur eine Kampagne für Einzelspieler, sondern auch eine große Auswahl an Multiplayer-Möglichkeiten. Bei Domination etwa geht es für die Teams um die Kontrolle bestimmter Zielpunkte. Je länger diese Punkte gehalten werden, um so mehr Punkte erhält das Team. Im Team-Deathmatch geht es darum, so viele Gegner des anderen Teams wie möglich auszuschalten. In Freeze Tag werden getroffene Gegner eingefroren, können von Mitspielern aber wieder aufgetaut werden. Ist ein komplettes Team eingefroren, hat das gegnerische Team gewonnen. Dazu gesellen sich weitere Modi wie Clan Arena oder Soul Harvest. Durch bereits angekündigte kostenpflichtige DLCs wird diese Liste noch erweitert.

Als Doom-Spieler der ersten Stunde in den 90er Jahren waren die Erwartungen, die ich an das 2016er Doom hatte, ziemlich hoch. Aber bereits nach ein paar Sekunden der Einzelspielerkampagne hatte mich das Spiel wie damals in seinen Bann gezogen. Sicher, die Story ist nicht gerade oscarreif, aber wen juckt das schon, wenn man auf diese geniale Weise einen Dämon nach dem anderen erledigen kann? Das Spiel macht einfach von Anfang bis zum Ende Spaß. Und das ist ja nur die Einzelspieler-Kampagne. Auch im Multiplayer-Part punktet Doom von vorne bis hinten. Die verschiedenen Modi sorgen nicht nur für Abwechslung, es gibt auch keinen darunter, der nicht Höllenspaß machen würde. Die Grafik ist auf der Xbox One genial und auch der Sound kann sich hören lassen. Da lohnt es sich, die Surround-Anlage aufzudrehen und die Nachbarn um ihren Mittagsschlaf zu bringen, oder man nutzt ein gutes Headset und lässt es ordentlich krachen. Tolles Spiel, das ich nur empfehlen kann. Für mich ist „Doom“ schon jetzt ein Kandidat für das Spiel des Jahres.