Im Jahr 2006 brachte Capcom das Spiel „Dead Rising“ für die Xbox 360 auf den Markt. Allerdings erschien das Spiel nicht in Deutschland, da die USK dem Spiel eine Freigabe für Erwachsene verweigerte. Und da Microsoft keine ungeprüften Spiele veröffentlicht, mussten die Spieler auf Importe zurückgreifen. Im August 2007 wurde das Spiel in Deutschland beschlagnahmt. Im Jahr 2009 erschien eine Umsetzung für die Wii, im vergangenen Jahr eine aufgepeppte Version für PC, Xbox One und PS4. „Dead Rising 2“ erschien 2010 für Xbox 360, PS3 und PC, auch der zweite Teil wurde indiziert und beschlagnahmt. Als am 22. November 2013 die Xbox One erschien, gehörte „Dead Rising 3“ zu den Launchtiteln, natürlich wieder nicht bei uns, denn auch Teil drei bekam keine Freigabe. Im vergangenen Dezember kam schließlich „Dead Rising 4“ für die Xbox One und Windows auf den Markt. Und einen Monat später geschah das Unglaubliche, da hätte man eher eine Zombie-Apokalypse erwartet, als dass ein Spiel der Serie eine Freigabe in Deutschland erhält, dennoch bekam „Dead Rising 4“ in der ungeschnittenen Fassung das USK-Siegel und ist nun auch bei uns erhältlich. Wir haben das Spiel auf der Xbox One ausprobiert.

Die Story ist schnell erzählt, in der Kleinstadt Willamette, schon aus dem ersten Teil bekannt, bricht erneut eine Epidemie aus, die die Einwohner in Zombies verwandelt, die durch ihre Bisse die Überlebenden infizieren und ebenfalls in gefährliche Untote verwandeln. Da der rasende Reporter Frank West schon einmal Licht in das Dunkel um die Ereignisse in der Stadt gebracht hat, schickt man ihn erneut los, um herauszufinden, was dort geschehen ist und welche Hintergründe zum erneuten Ausbruch der Epidemie geführt haben.

Schon zu Beginn des Spiels sieht man sich riesigen Horden an Untoten gegenüber, also muss die passende Bewaffnung her. Und da gibt es alles, was das Herz begehrt, und noch viel, viel mehr. Ob Pistole und Gewehre in allen möglichen Formen, Messer, Schwerter, Macheten, Werkzeuge, Lampen, Stühle, Spielzeug, Laptops oder Registreierkassen, mit allem kann man den Zombies den Garaus machen, mal mehr, mal weniger effektiv. Das reicht euch nicht? Kein Problem, viele Waffen lassen sich mit anderen Gegenständen kombinieren, so entsteht etwa ein elektrisch aufgeladener Streithammer, der die Untoten gleich reihenweise ins endgültige Jenseits schickt. Und auch für die passende Kleidung ist gesorgt, im Einkaufszentrum laden viele Läden zum Plündern ein. Da gibt es vom Ski-Kleidung über Cosplay-Kostüme bis zum Bauarbeiter-Outfit alles, die Village People wären neidisch.

Ihr geht nicht gern zu Fuß? Kein Problem, alles was fährt, kann benutzt werden, nicht nur Autos, Trucks oder Quads, auch Tretautos für Kinder, Rollstühle oder Scooter. Und im Spiel sind einige Pläne versteckt, mit denen sich zwei Fahrzeuge zu einem kombinieren lassen. So wird aus einem Quad und einem militärischen Humvee ein mit Waffen bestückter Geländewagen. Und wem das immer noch nicht genug ist, der findet hin und wieder Händler, die Kleidung, Waffen und Fahrzeuge für Ingame-Währung verkaufen. Ich empfehle den Zombiedrescher, eine Art Mähdrescher, der für die Ernte von Untoten gebaut wurde. Damit wird auf den Straßen von Willamette richtig aufgeräumt.

Aber vor lauter extrem spaßigem Zombiegeschnetzel in der offenen Welt sollte man die Hauptaufgabe nicht vergessen, es geht darum, herauszufinden, was in Willamette passiert ist, warum es passiert ist und wer dafür verantwortlich ist. Da ist die Kamera recht hilfreich, denn damit lassen sich Beweise finden. Praktischerweise besitzt die Kamera auch einen Nachtsichtmodus, hilfreich in dunklen Räumen und auch einen Wärmebildmodus, mit dem sich etwa Codes auf Schlössern auslesen lassen. Und wer gerade wieder einen riesigen Haufen Zombies gekillt hat, macht dann noch ein Selfie von sich vor dem Leichenberg, auch das ist möglich.

„Dead Rising 4“ ist ein echter Knaller und macht einfach einen riesigen Spaß, von der ersten bis zur letzten Minute. Allein, was es alles schon am Anfang im Einkaufszentrum zu entdecken gibt reicht sonst für drei bis vier Spiele. Dazu kommt eine spannende Story mit interessanten Nebenfiguren, pausenlose Action und jede Menge Fun beim kreativen Zombieschnetzeln. Und dafür gibt es schier endlose Möglichkeiten. Und wenn man in Megaman-Verkleidung Hammer schwingend durch die Horden pflügt, sitzt man mit breitem Grinsen vor dem TV-Gerät. Die Grafik ist top und der Sound samt deutscher Synchronisation über jeden Zweifel erhaben. Auch die Steuerung funktioniert perfekt. Für meinen persönlichen Geschmack das bislang beste Spiel des noch jungen Jahres.