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Als damals „The Bard's Tale“ veröffentlicht wurde, war es eines der ersten Rollenspiele mit Grafik und brachte das Feeling der diversen Pen & Paper Rollenspiele wie „Dungeons and Dragons“ oder „Das Schwarze Auge“ gekonnt auf den heimischen Bildschirm. Nun, viele Computer- und Konsolengenerationen später, ist das Genre aber immer noch sehr beliebt. Trotzdem sind rundenbasierte Rollenspiele für Spielkonsolen immer noch Mangelware, vor allem bei den aktuellen Geräten. Mit „Darkest Dungeon“ hat der Publisher Headup Games nun für die Nintendo Switch Abhilfe geschaffen. Das Spiel ist ab dem 19. April als Ancestry Edition in einer Box erhältlich. Neben dem Hauptspiel sind auch die beiden DLCs "The Crimson Court" und "The Shieldbreaker" enthalten. Wir haben uns das Spiel angesehen.


Der Spieler erbt von seinem Großvater ein gar nicht mal so kleines Anwesen, samt dazugehörigen Dorf, das allerdings in bedauernswertem Zustand ist. Jedoch sollen sich unter dem Dorf weitläufige Katakomben und Verliese befinden und dort sollen immense Schätze zu finden sein. Wenn das nicht in jedem die Abenteuerlust weckt. Also macht sich unser Charakter gemeinsam mit einem Ritter und einem Dieb auf, um Kostbarkeiten zu finden und das Dorf wieder aufzubauen. Doch die Reise dorthin steht unter keinem guten Stern, denn die Kutsche wirft schon nach kurzer Zeit das Handtuch und unser Trio muss zu Fuß durch den Wald. Und da warten schon die ersten Gegner auf die Partie.


Hier kann sich der Spieler nun mit der Steuerung und dem Kampfsystem vertraut machen. Eine kleine Übersichtskarte zeigt die nähere Umgebung, was vor allem später in den Dungeons eine große Hilfe ist. Wichtigstes Ziel des Spiels ist zunächst der Wiederaufbau des Dorfes, nach und nach entstehen hier in Stand gesetzte Gebäude. Daraus lassen sich später weitere Mitglieder für die Partie anwerben, was wichtig ist, denn zu dritt ist unsere Gruppe etwas dünn besetzt. Schließlich kommt hier eine alte Regel der Pen & Paper Rollenspiele zum Tragen, stirbt ein Charakter im Spiel, ist er für immer tot, eine Wiedererweckung gibt es nicht, ein Wiedersehen nur auf dem Friedhof, auf dem man sich auch die Statistiken der gefallenen Freunde ansehen kann.


Ansonsten findet man im Dorf alles, was ein Abenteurer so braucht, etwa eine Taverne, um nach einem langen Arbeitstag in den Dungeons dieser Welt entspannt einen zu heben und Kontakte zu knüpfen, verletzte Helden gehen ins Sanatorium, oder sprechen im Gebetshaus ein paar fromme Worte. So kann man Stress abbauen und davon gibt es im „Darkest Dungeon“ reichlich.


Befindet man sich in einem Dungeon kann man an einer Anzeigeleiste den Stressfaktor des Charakters ablesen. Viele Gegner bedeuten mehr Stress, durch Erfolge oder etwa Beleuchtung der dunklen Verliese mit einer Fackel und regelmäßige Brotzeiten baut sich etwas Stress ab. Ist der Stressfaktor zu hoch, gerät unser Held in Panik und folgt nicht mehr wirklich den Steuerungsversuchen des Spielers. Allerdings macht das Ganze die Kämpfe nicht einfacher, die zudem ein ordentliches Maß an Taktike erfordern. So kann schon die Aufstellung der eigenen Gruppe, den Skills der einzelnen Mitglieder entsprechend, über Sieg oder Niederlage entscheiden.


Auch die Zusammenstellung der Gruppe ist natürlich ein entscheidender Faktor im Kampf. So sollten Nah- und Fernkämpfer ebenso an Bord sein, wie Heiler. Trotzdem kann auch der schon fast sicher geglaubte Sieg sich doch noch in eine Niederlage umwandeln, denn wie im richtigen Leben kommen hier auch Glück und Pech dazu und manchmal treffen die Schläge den Gegner einfach nicht mehr und der Spieler sollte sich überlegen, vielleicht doch erstmal den Rückzug anzutreten und mit dem bereits Erbeuteten zufrieden zu sein, anstatt seine Kameraden vielleicht unnötig in den Tod zu schicken. „Darkest Dungeon“ hat nämlich einen knackig hohen Schwierigkeitsgrad, an den man sich schnell gewöhnen sollte, um Frust zu vermeiden. Immerhin geht das Leveln der Helden ziemlich zäh von Statten und hochgezüchtete Charaktere verliert man nur ungern.


Grafisch kommt „Darkest Dungeon“ im wirklich gut gelungenen Comic-Look daher, der hin und wieder recht blutig ausfällt. Auch der Sound, vor allem der wirklich gute englische Erzähler, weiß zu gefallen. Zudem gibt es deutsche Untertitel. Die Steuerung geht nach kurzer Eingewöhnung gut von der Hand. Das Spiel läuft jederzeit flüssig, lange Ladezeiten gibt es nicht, das gilt auch für den Handheldmodus und auf einer Zugfahrt macht so ein Raid durch die Dungeons richtig viel Spaß. Und auch wenn der Schwierigkeitsgrad schon wirklich hoch ist, passt  hier einfach alles zusammen. „Darkest Dungeon“ ist eine echte Perle für die Nintendo Switch und jeder, der sich auch nur ein wenig für Rollenspiele interessiert, sollte mal einen Blick riskieren, es lohnt sich.

 

Bert Werner