Der ukrainische Entwickler GSC Game World brachte im Jahr 2000 das Spiel „Cossacks“ auf den Markt. Das Strategiespiel überzeugte mit einem hohen Grad an Realismus und orientierte sich an der europäischen Geschichte. In den folgenden Jahren erschien eine Fortsetzung, sowie Addons für beide Spiele. Im Jahr 2012 wurde das Studio aufgelöst und wurde im Dezember 2014 wiedereröffnet. Das erste Projekt des neuen Teams war „Cossacks 3“, das seit einigen Wochen in den Läden steht. Wir haben uns das Spiel angesehen.

Eigentlich handelt es sich bei „Cossacks 3“ nicht um eine wirkliche Fortsetzung, sondern eher um ein Remake, das an aktuelle Hardware angepasst wurde. Wer also schon vor 16 Jahren in die Schlacht gezogen ist, wird nicht sehr viel Neues entdecken, findet sich andererseits aber auch schnell zurecht.

Der Spieler hat die Aufgabe auf der generisch erstellten Karte eine Basis zu errichten, die einem Fort ähnelt. Dazu sind Arbeiter nötig, die fleißig an Kasernen, einem Rathaus, einer Kirche oder Wohnhäusern bauen. Auch auf Forschung wird viel Wert gelegt, die Ergebnisse können die eigenen Armeen deutlich schlagkräftiger machen. Aber es wird nicht nur gebaut und gekämpft, der Spieler muss auch auf die Wirtschaft in Form von Ressourcen wie Holz, Eisen, Kohle und Gold achten. Die Armee kämpft nicht nur für Luft und Liebe und die Bewaffnung muss ja auch erst produziert werden.

Vorher allerdings muss sich der Spieler für eine von zwölf Fraktionen entscheiden, von Kossacken bis zu den Preußen ist alles vertreten, was zu der Zeit Rang und Namen hatte. Und diese Entscheidung sollte gut überlegt sein, hat sie doch Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf. So können die Preußen eindrucksvolle Festungen errichten, die Kossacken nicht, die haben dafür schlagkräftigere Kavallerie.

Die Schlachten laufen im monumentalen Maßstab ab, mit tausenden von Soldaten, Reitern, Geschützen und Belagerungstürmen. Je nach Spielmodus ist hier mehr Taktik oder mehr Tempo gefragt, um seine Truppen auf die aussichtsreichsten Positionen zu befördern. Das alles kann man allein spielen oder im Online-Modus mit bis zu sieben weiteren Spielern. Auch ein Map-Editor ist verfügbar.

„Cossacks 3“ ist ein gelungenes Reboot des Klassikers, schaut optisch gut aus und bietet das altbewährte Gamelay, ohne jedoch viele Neuerungen ins Spiel zu bringen. Die mäßige KI war ja schon bei den alten Games ein Kritikpunkt, auch da hat sich nicht viel geändert. Ansonsten kommt „Cossacks 3“ mit riesigen Armeen und unzähligen Möglichkeiten daher, hat einen Online-Modus und einen Map-Editor an Bord. Schöner Genre-Vertreter, der dem Spieler allerdings das Gefühl gibt, es wäre mehr drin gewesen.