Wer an Party-Racer denkt, denkt in der Regel an den Klassiker „Mario Kart“, den es aber leider nur für die diversen Nintendo-Konsolen gibt. Besitzer anderer Konsolen mussten auf diverse Klone dieses Spiels zurückgreifen, die aber meist bei Weitem nicht an das Original herankamen. Nun hat der Indie-Entwickler Milky Tea Studios gemeinsam mit Wales Interactive einen neuen Teilehmer ins Rennen geschickt, „Coffin Dodgers“. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.

Wir befinden uns in einem hübschen Vorort, der ausnahmslos von alten Menschen bewohnt wird. Rollatoren und Kranken-Chopper sind hier die bevorzugten Fortbewegungsmittel. Alles könnte so schön sein, doch eines Tages kommt der Tod vorbei, denn wo, wenn nicht hier, kann er mit so wenig Arbeit so viele Seelen einsammeln? Aber die Bewohner sind clever und handeln mit dem Tod einen Deal aus. Wenn sie ihn in verschiedenen Rennen schlagen, dürfen sie am Leben bleiben.

Der Spieler hat nun die Wahl unter verschiedenen Bewohnern, die er mit ihrem jeweiligen Gefährt ins Rennen schicken kann. Da wären „Iron Horse“ Hank Hudson, ein ehemaliger Biker, Jeremiah „The Hawk“ Brenneman, ehemaliger Amish-Farmer mit geheimer Liebe zu Technologie, Professor Percival Chase III, der auf der Suche nach einer Anti-Aging-Droge ist, Lucy „Lgs“ Hernandez, ehemaligs Playman-Model, „Marvelous“ Martha Goldberg, die immer eine große Klappe hat, Rudolf „The Red Horn“ Hoffman, früher deutscher Messerschmitt-Pilot und Wilbur „Softball“ Williams, ein Blues Musiker.

Nach einem Tutorial, um sich mit der Steuerung vertraut zu machen, geht es auch schon in die ersten Rennen. Der jeweils letzte des Durchgangs wird vom Tod geholt. Während des Rennens können Power Ups eingesammelt werden, mit denen mal die Geschwindigkeit erhöht wird, oder der Konkurrenz eine Lenkrakete um die Ohren fliegt. Schließlich ist sich jeder selbst der Nächste. Die Strecken bieten einiges an Abwechslung, mal werden die Rennteilnehmer von Ufos bedroht, mal stehen ihnen Zombies im Weg. Und kommt man einem anderen Rennteilnehmer nah genug, kann man ihm seinen Stock über die Rübe ziehen. Darauf sollte man aber auch selbst aufpassen, sonst bekommt man ungewollt die Ragdoll-Effekte des Spiels zu sehen.

Gute Platzierungen bringen Belohnungen, die man wieder in Updates des eigenen Gefährts investieren kann. So können die Rollatoren mit stärkeren Motoren, neuer Lackierung oder eine Kettensäge ausgestattet werden. Und wer nicht gern allein spielt, kann im Multiplayer-Part online gegen die Konkurrenz antreten. Oder man spielt mit Freunden gemeinsam per Split-Screen.

Coffin Dodgers bietet abgefahrene Figuren mit witzigen Rennfahrzeugen, nette Grafik und passendem Sound. Nach ein wenig Eingewöhnung klappt die Steuerung hervorragend und das Spiel macht richtig viel Spaß. Ein wenig mehr Auswahl an Strecken hätte es aber durchaus geben dürfen, ansonsten ist Coffin Dodgers ein idealer Fun-Racer zu einem günstigen Preis.