Simulatoren haben bei den sogenannten Core-Spielern keinen guten Ruf. Die Grafik ist oft nicht auf dem aktuellen Stand der Technik, der Sound beschränkt sich in der Regel auf das Nötigste und der Spielverlauf wiederholt sich oft. Dem schließen sich auch größere Publikationen an und gehen mit völlig falschen Voraussetzungen an die Tests, wobei unfaire Bewertungen leider keine Ausnahmen sind. Wer sich den „Gabelstapler-Simulator“ ansieht, darf dabei eben nicht an „Forza Motorsport“ denken. Trotz allem hat dieses Spielegenre eine riesige Fangemeinde und bringt auch immer wieder einige Perlen hervor, wie etwa das jährliche Update des „Landwirtschafts-Simulator“ oder zuletzt den wirklich gelungenen „American Truck Simulator“. Neu in den Händlerregalen ist der „Bus Simulator 16“ aus dem Hause astragon. Wir haben uns das Spiel angesehen.

Wer kennt es nicht? Man steht an der Bushaltestelle und wartet auf den Bus, der leider mal wieder Verspätung hat. Das lässt sich natürlich nicht immer vermeiden. Nun kann der Spieler versuchen, es besser zu machen.

Nach der Installation kann der Spieler verschiedene Spielhilfen aktivieren, was vor allem Genre-Anfängern eine große Hilfe sein dürfte. Dann darf auch schon eine eigene Firma erstellt werden, fehlt nur der passende Name. Und das Spiel bietet eine Option, die wohl jeder Geschäftsmann gerne hätte, es kann gewählt werden, ob es die Möglichkeit einer Firmenpleite gibt. Danach folgt ein nettes Tutorial, das man zwar überspringen kann, aber nicht nur für absolute Anfänger gedacht ist.

Die Firma, die man von Ben übernommen hat, geht also an den Start. Und der Spieler steuert den Bus. Vorher kann er sich im Pausenraum noch einen Kaffee gönnen, dann geht es hinter das Steuer. Modern wie wir sind, haben wir im Bus eine Handyhalterung, das Smartphone dient hier als Navigationsgerät. Auch ein Radio gibt es im Bus, das man auch mit eigener Musik füttern kann. Wir empfehlen die passenden Songs wie „On the road again“ oder „Highway to hell“. Dann kann es auch schon losgehen mit der ersten Tour.

Der Bus wird durch regen Verkehr von einer Haltestelle zur nächsten gefahren, lässt Fahrgäste ein- und aussteigen und bleibt nach Möglichkeit in der Zeit. Auch an Rollstuhlfahrer wurde gedacht, eine passende Rampe kann ausgefahren werden. Interessanterweise kann der Fahrer, also der Spieler, den Fahrgästen bei ihren Gesprächen zuhören, und das ist wirklich witzig umgesetzt.

Die Steuerung der Busse geht gut von der Hand, statt Tastatur empfehlen wir aber ein Pad oder noch besser ein Lenkrad, da kommt auch gleich die richtige Stimmung auf. Im Spiel schaltet man nach und nach neue optische Anpassungen für die Busse frei, verdient Geld und kann weitere Fahrer einstellen. Und auch eine Multiplayer-Möglichkeit hat es in das Spiel geschafft. Hier wird die Firma gemeinsam geleitet. Das macht zwar Laune, sicher wäre hier aber mehr möglich gewesen.

Der „Bus Simulator 16“ ist ein wirklich nettes Spiel und ein Highlight des Genres. Die Grafik schaut gut aus, der Sound ist gelungen, was auch für die Gespräche der Fahrgäste gilt und die Möglichkeit, eigene Musik abzuspielen, ist klasse. Die Steuerung der schwerfälligen Busse geht gut von der Hand und es macht Spaß, die Firma nach und nach zu erweitern. Modfreudige Gamer kommen hier mit verschiedenen Möglichkeiten auch wieder auf ihre Kosten. Schönes Spiel.