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von Dirk Kons


Gegen Ende 2016 starteten die Madmind Studios eine Kickstarter-Kampagne für ihr geplantes Horror-RPG. Mit rund 180.000 kanadischen Dollar war diese Kampagne erfolgreich und sie Produktion konnte starten. Jedoch wurde die Veröffentlichung einige Male verschoben, da einige Änderungen nötig waren. So sah man wohl ein, dass einige Gewalt- und Sexdarstellungen im Spiel wohl in vielen Ländern eine Freigabe verhindert hätten und so wurde gekürzt, was wiederum der unterstützenden Community sauer aufstieß. Nun steht das fertige Produkt in den Läden und wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen. 


Gleich zum Start findet sich der Spieler in der Hölle wieder. Wer er ist und warum er an diesem gut geheizten Ort gelandet ist, ein großes Fragezeichen. Der gute hat keinerlei Erinnerung an seine Vergangenheit. Ein erster Rundgang und die Kommunikation mit anderen gequälten Seelen bringt einen ersten Hinweis. Es soll durchaus möglich sein, der Hölle wieder zu entkommen, wenn man die mysteriöse Rote Göttin besiegt. 


Zartbesaitete Seelen sollten das Spiel vielleicht jetzt besser beenden, denn was man hier zu sehen bekommt, ist genau das, wie man sich die Hölle vorstellen könnte. Widerliche groteske Szenerien gibt es hier en masse. Und das ist, in aller Grausigkeit, verdammt beeindruckend dargestellt. Andererseits wirkt das alles nicht ausgereift und man hat oft das Gefühl, man würde auf der Xbox 360 Spielen, nicht auf der One, denn es ruckelt und auch die Auflösung scheint in vielen Szenen nicht besonders hoch zu sein. 


Oft steht man auch einfach im Dunkeln und hat keine Ahnung, wo man nun gerade ist oder wo es hingehen soll. Das ist anfangs noch atmosphärisch, später nur noch nervig. Ebenso nervig ist es, dass man Gegner nicht bekämpfen kann. Es bleibt nur, sich rechtzeitig zu verstecken. Wird man entdeckt, wird man getötet. Dann kann sich unsere Seele nur blitzschnell einen neuen Wirt suchen, ansonsten geht es zum letzten Checkpoint zurück. Und die sind leider nicht sehr häufig anzutreffen, sodass ein Bildschirmtod einen schon mal eine halbe Stunde Spielzeit zurückwerfen kann. Die echte Hölle eben. 


Hin und wieder werden ein paar Puzzles gelöst, die sich aber weitestgehend immer wiederholen. 


Die Hölle wurde schon oft als Schauplatz in Videospielen genutzt und auch „Agony“ machte zu Beginn den Eindruck, dass es eine Menge Potenzial hat. Aber davon wurde reichlich verschenkt. Zum einen hat man keinerlei Bezug zu seiner Spielfigur, da man über den guten Mann eben nichts weiß. Zum anderen ist die technische Umsetzung mit gutem Willen als ausreichend zu bezeichnen, aber weit weg von technisch aktuellen Möglichkeiten. Dazu kommt in diesem Spiel zu schnell Frust auf. Schade, hier wäre sicher mehr drin gewesen.