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Am 22. Juli 2011 richtete der norwegische Rechtsextremist Anders Breivik auf der Insel Utoya ein Massaker unter Jugendlichen an, dem 69 Menschen zum Opfer fielen. Basierend darauf inszenierte Erik Poppe den Film „Utoya 22. Juli“, gedreht in Echtzeit mit einer Plansequenz, die 72 Minuten dauert. Die Hauptrollen spielen Andrea Berntzen, Aleksander Holmen, Brede Fristad, Elli Rhiannon Müller Osborne und Sorosh Sadat. Weltkino veröffentlicht „Utoya 22. Juli“ am 15. Februar auf Blu-ray und DVD.


Die 18-jährige Kaja verbringt mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar ausgelassene Ferientage in einem Sommercamp auf der norwegischen Insel Utøya. Es gibt Streit zwischen den Schwestern und Kaja geht alleine zu dem geplanten Barbecue. Angeregt diskutieren die Jugendlichen über aktuelle politische Entwicklungen, als plötzlich Schüsse fallen. Erschrocken suchen Kaja und die anderen Schutz im Wald. Rasend kreisen ihre Gedanken. Was passiert um sie herum? Wer sollte auf sie schießen? Kein Versteck scheint sicher. Doch die Hoffnung auf Rettung bleibt. Und Kaja setzt alles daran, Emilie zu finden. Während die Schüsse nicht verstummen wollen.

Schaut man auf die Machart des Films, zieht man seinen Hut vor Regisseur Erik Poppe. Nahezu in einer einzelnen Einstellung gefilmt, aus der Sicht der Opfer, zieht es den Zuschauer unweigerlich in das grauenvolle Geschehen. Ein ebenso guter Schachzug war es, die Rollen durch die Bank an Newcomer zu vergeben, was das Ganze noch realistischer wirken lässt. Bezüglich der Geschichte muss man sagen, dass hier eines der schlimmsten Ereignisse gezeigt wird, das es in den letzten zwanzig Jahren im westlichen Europa gab. Und die Frage, ob so eine grausame Tat sich zu einem Spielfilm eignet, hat der Regisseur perfekt beantwortet. Er gibt dem Attentäter keinen Raum zur Darstellung, sondern zeigt die Geschichte ausschließlich aus der Sicht der Opfer. „Utoya 22. Juli“ ist spannend, dramatisch und bewegend, und die Geschichte bringt die Wut zurück, die man hatte, als die ersten Nachrichten der Attentate veröffentlicht wurden. Unbedingt ansehen. Neben dem Film in sehr guter Bild- und Tonqualität enthält die Blu-ray Interviews mit Andrea Berntzen und Regisseur Erik Poppe, ein Making of und den Trailer.

Blu-ray / Weltkino / 97 min / FSK 16