Seit 1979 die Sowjetunion in Afghanistan einmarschierte, herrscht dort Krieg. Mit Unterstützung der USA und von Saudi-Arabien wurde die von den Sowjets gestützte Regierung gestürzt, die daraufhin folgende Aufteilung der Macht in dem riesigen Land brachte die Taliban an die Macht. Seit 2001 führen die USA und ihre Alliierten Krieg gegen die Taliban. Der Dokumentarfilm „Kandahar Journals“ beschreibt die Reise eines kanadischen Fotojournalisten in dieses Kriegsgebiet. Studio Hamburg Enterprises hat „Kandahar Journals“ auf Blu-ray und DVD veröffentlicht.

„Je mehr ich sehe, desto weniger verstehe ich.“ Louie Palu, kanadischer Fotojournalist, wird bei seinem ersten Aufenthalt in Afghanistan Zeuge eines Selbstmordanschlags. Die Grausamkeit brennt sich in sein Gedächtnis ein. Er verbringt die nächsten fünf Jahre in der Region Kandahar, begleitet NATO-Truppen und das afghanische Militär bei ihren gefährlichen Einsätzen. Mit seinen Tagebuchaufzeichnungen kommentiert Palu die schonungslosen Bilder menschlichen Leids und die Absurdität des militärischen Alltags. Dem Ausnahmezustand stellt er die Dokumentation seiner „normalen“ Realität gegenüber – eine Gegensätzlichkeit, die verstört. Der Krieg bleibt unbegreiflich, für den Zuschauer wie für den Filmemacher.

Die Dokumentation „Kandahar Journals“ ist ebenso bewegend wie verstörend und unbedingt sehenswert. Hier werden Einblicke in einen Krieg gezeigt, den wohl kaum jemand wirklich erklären kann. Nicht umsonst wurde dieser Film mit vielen Preisen augezeichnet. Neben dem Film in sehr guter Bild- und Tonqualität bietet die Blu-ray als Extra ein Interview mit dem Journalisten Louie Palu.

Blu-ray / Studio Hamburg Enterprises / 76 min / FSK 16