Ishiro Honda begann seine Karriere nach einem Kunststudium als Dokumentarfilmer beim Studio PCL, aus dem später die legendären Toho Studios hervorgingen. Seinen ersten Spielfilm inszenierte er 1951, seinen großen Durchbruch hatte er freilich 1954 mit „Godzilla“. Damit leitete er die große Welle japanischer Monsterfilme ein, von denen er selbst viele inszenierte. So führte er unter anderem bei „U2000 – Tauchfahrt des Grauens“, „Frankenstein – Zweikampf der Giganten“ und „Die Brut des Teufels“ Regie. Ebenfalls für die Toho Studios inszenierte er 1958 den Streifen „Das Grauen schleicht durch Tokio“, ganz ohne riesige Monster. Die Hauptrollen spielen Yumi Shirakawa, Kenji Sahara, Akihiko Hirata, Koreya Senda und Makoto Sato. Anolis Film hat „Das Grauen schleicht durch Tokio“ in einer Box mit Blu-ray und DVD veröffentlicht.


Rätselhafte Ereignisse erschüttern die Millionenstadt Tokio. Menschen verschwinden spurlos, die Polizei steht ratlos vor einem scheinbar unlösbaren Fall und einer Vielzahl unerklärlicher Phänomene. Während eines Drogendeals wird ein Kleinkrimineller von einem Taxi überfahren. Niemand findet den Verletzten, nur seine Kleidung ist zurückgeblieben. Die überlebenden Mitglieder eines Fischkutters berichten eine unglaubliche Geschichte über ein Geisterschiff in den Gewässern eines nuklearen Testgebiets. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Atombombenversuchen und den unfassbaren Vorfällen in Tokio? Erst mit Hilfe der Wissenschaft findet die Polizei die schauerliche Wahrheit heraus – doch ist es vielleicht bereits zu spät für die Bevölkerung Japans?


Ishiro Honda hat den japanischen Monsterfilm nicht nur mitbegründet, sondern das Genre auch über viele Jahre geprägt. Dass er auch ohne gigantische Echsen atmosphärisch dichte Gruselstreifen schaffen kann, zeigt er mit „Das Grauen schleicht durch Tokio“, den ich bislang noch nie gesehen hatte. Sicher, die Story klingt nach reinstem Trash, wenn radioaktive Strahlen Menschen in Schleim verwandeln, der wiederum andere Menschen angreift, aber die Umsetzung Hondas, die für damalige Zeiten überragende Tricktechnik und auch die jederzeit passende Filmmusik machen den Streifen auch heute noch sehenswert. Die Blu-ray und die DVD enthalten den Film sowohl in der japanischen Langfassung, als auch in der amerikanischen beziehungsweise deutschen Kinofassung in sehr guter Bildqualität. Wie man es von Anolis Film nicht anders gewohnt ist, wurde bei den Extras nicht gekleckert, sondern geklotzt. So gibt es neben einem schönen 16-seitigen Booklet aus der Feder von Jörg M. Jedner einen Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen und Jörg M. Jedner, einen mit Jörg Buttgereit, Bodo Traber und Alexander Iffländer, den deutschen Trailer, den Werberatschlag, ein Filmprogramm und eine Bildergalerie.


Blu-ray + DVD / 2 Discs / Anolis Film / 87 min / FSK 12