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Vor zehn Jahren produzierte der Filmverleih WTP International, den Film „24/7 The Passion of Life“, der zum zehnjährigen Jubiläum nun wieder in den Kinos zu sehen ist. In den vergangenen Jahren war der Streifen immer wieder auf internationalen Filmfestivals zu sehen und genießt in der BDSM-Szene seit langem Kultstatus. Regie führte Roland Reber, die Hauptrollen spielen Marina Anna Eich, Mira Gittner, Christoph Baumann, Michael Burkhardt, Reinhard Wendt und Sabine Krappweis. WTP International hat „24/7 The Passion of Life“ auf DVD veröffentlicht.

Die Hotelierstochter Eva (Marina Anna Eich) begegnet zufällig bei einer Motorradpanne der Soziologin Magdalena (Mira Gittner), die als Domina „Lady Maria“ in einem SM-Studio arbeitet. Fasziniert von der bizarren Welt der Lady Maria, feststellend, dass es in ihrer heilen Welt alles gibt außer Lust und Leidenschaft, begibt sich Eva auf die Suche nach ihrer Sexualität, ihrer ureigensten Identität, und beginnt eine Odyssee durch die verborgenen Orte der Lust -Orte, von denen alle so tun, als ob sie nicht existierten und die es dochüberall gibt: SM-Studio, Swingerclub, Stripteasebar – eine Suche, die sie auch in Konflikt mit dem Normierungszwang und der Doppelmoral der Gesellschaft bringt.Lady Maria setzt das Geschehen im Domina-Studio in Beziehung zu Religion -Anbetung, Beichte, Strafe als Akt der Vergebung – ebenso wie zu emotionalen Momenten wie Trösten, Geborgensein und Aussprechen. In einer scheinbar bizarren Welt entsteht eine Wärme für den Menschen mit seinen dunklen Seiten.

Mit „24/7 The Passion of Life“ gewährt Regisseur Roland Reber einen eindrucksvollen Blick in eine Sexualität, die den meisten von uns wohl für ihr ganzes Leben verborgen bleibt. Dabei legt der den Finger gekonnt auf eine Wunde in unserer Gesellschaft, die überall vorherrschende Doppelmoral, die alles kritisiert, was man nicht versteht. Eindrucksvoll ist auch das Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen. Mira Gittner, die Lady Maria spielt, hat sich sogar als Gast-Domina in einem Studio auf ihre Rolle vorbereitet. Dazu sagte sie: „Für mich ist das ein ganz normaler Vorbereitungsprozess für eine Rolle. Wenn ich eine Ärztin spielen würde, würde ich auch versuchen, ein paar Tage das Praxisleben mitzuverfolgen. Da ich mit der SM-Szene vorher noch nicht in Berührung gekommen bin, wollte ich meine persönlichen Erfahrungen machen. Ich wollte die Atmosphäre spüren, den Umgang miteinander, Alltäglichkeiten. Es musste für mich im Studio natürlich und normal werden. Außerdem musste ich erst mal lernen, auf hohen Schuhen zu laufen, ich trage privat meistens Turnschuhe. Man sollte als Schauspieler keine Berührungsängste mit seiner Rolle haben. Für mich war es spannend, die Möglichkeit zu bekommen, in die mir unbekannte Welt der SM-Szene einzutauchen. Die Poesie, Ruhe und Hingabe, die ich teilweise erlebt habe, das zärtliche, phantasievolle Spiel und vor allem die Kommunikation zwischen den Beteiligten haben mich beeindruckt. Aus all diesen Erfahrungen, Interviews und Recherchen ist dann die Rolle der „Lady Maria“ entstanden. Diese Figur ist Fiktion, so wie der ganze Film Fiktion ist, auch wenn die ein oder andere Geschichte oder Person authentisch ist, jede Szene ist geschrieben und inszeniert.“
„24/7 The Passion of Life“ ist ein großartiger Film über eine außergewöhnliche Szene, wunderbar inszeniert und großartig gespielt und das gilt auch für die Nebenrollen, die teilweise mit Laien besetzt wurden. Ich kann euch diesen Film nur ans Herz legen, wenn ihr einen echten Blick in die BDSM-Szene werfen wollt. Das geht mit weichgespültem Mainstream wie „50 Shades of Grey“ freilich nicht.

DVD / WTP International / 115 min / FSK 18